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Übersetzung aus dem Englischen
Information des Institutes für Strahlensicherheit -Belrad-
Prof. V. Nesterenko

Die folgende Information basiert auf den medizinischen Berichten während parlamentarischer Hearings der Jahre 1999 bis 2000.

Vor der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl waren 85 % der Kinder gesund. Dieser Stand hat sich jetzt bis auf 5 bis 15 % verringert. Während eines wissenschaftlichen Treffens der Akademie der Wissenschaften Weißrußlands, das am 7. Dezember 2000 stattfand, sprach man von einer ernsthaften Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung, die in den verstrahlten Gebieten lebt. Diese Tatsache offenbart, daß das gegenwärtig existierende System zur Strahlensicherheit der Kinder ineffizient ist. Neue Maßnahmen müssen ergriffen werden.

Nach Meinung vieler Wissenschaftler der Republik Belarus werden diese negativen Tendenzen durch die permanente Verwendung von Nahrungsmitteln verursacht, die stark mit Radionukliden belastet sind.

Seit 1991 kontrollierte das Institut für Strahlensicherheit "Belrad"unter der Schirmherrschaft des "Kommitees für Probleme nach dem Reaktorunfall" die Strahlendosis des Radionuklids Caesium-137, das in Lebensmitteln der Tschernobyl-Zone Weißrußlands enthalten ist.

Weitere Kontrollen von Lebensmitteln folgten in vierteljährlichen und jährlichen Abständen durch die von 85 lokalen Zentren für Strahlenüberwachung (LCRC) bereitgestellten Informationen.

Die Ergebnisse dieser Zentren (die Datenbank umfaßt etwa 320 000 Untersuchungen) zeigen, daß von 1998 bis 2000 eine prozentuale Erhöhung der Strahlenbelastung von Lebensmitteln mit Cs-137, die von der örtlichen Bevölkerung in die LCRC gebracht wurden, zu verzeichnen war. Aufgrund dieser Informationen der LCRC stieg die Strahlenbelastung der Lebensmittel im Gebiet Gomel in den letzten Jahren von 10,2 % auf 13,2 % an, im Gebiet Brest von 12,8 % auf 19,4 %.

Diese Tendenz wird auch durch einen signifikanten Anstieg der Strahlung in der Milch verursacht.

Den Informatiinen der LCRC des Gomeler Gebietes zu Folge lag der Prozentsatz von verstrahlter Milch in den letzten Jahren bei 10 %, in der Brester Region bei 20 %.

Die oben beschriebene signifikante Belastung von einheimischen Lebensmitteln resultiert aus der Anreicherung von Radionukliden im Organismus der in der Tschernobyl-Zone lebenden Menschen. Das bedeutet Gefahr für die Gesundheit dieser Menschen, insbesondere für 500 000 Kinder, die dort leben.

Seit 1996 verfügt das Institut "Belrad" über eine Möglichkeit, eine große Anzahl von Messungen der Radionuklide im menschlichen Organismus durchzuführen. Solche Untersuchungen wurden mit Hilfe von mobilen Laboreinheiten durchgeführt, die mit Spektrometern des Typs "Screener-3M" ausgerüstet sind.

Bis zum heutigen Tag wurden von "Belrad" 95 000 solcher Untersuchungen durchgeführt, hauptsächlich unter Kindern, die in kontaminierten Gebieten leben.

Die Ergebnisse sehen folgendermaßen aus:

Die Verstrahlung mit Cs-137 bei 70 bis 90 % der Kinder beträgt mehr als 15 Bk/kl; bei Kindern einiger Dörfer zwischen 200 bis 400 Bk/kl; bei einigen Kindern in hilfsbedürftigen und Familien und Familien mit mehreren Kindern zwischen 1500 und 2000 Bk/kl; im Bezirk Narovljanski bei bis zu 7000 Bk/kl.

Nach Meinung von bekannten Medizinern aus Rußland, der Ukraine und aus Weißrußland kann die um 50 Bk/kl höhere Cs-137-Belastung im Organismus von Kindern zu Erkrankungen lebenswichtiger Organe führen.

Diese Meinung teilen auch Spezialisten der Strahlenmedizin wie z. B.

Herr Rudnew, Prof. für Medizin
Frau Prorotschnjak-Ganowskaja, Prof. für Medizin; Wissenschaftliches Zentrum für Strahlenmedizin der Ukraine,
Herr Jablokow, Prof. für Medizin; Zentrum für ökologische Politik Rußlands,
Frau Burlakowa, Prof. für Medizin, Wissenschaftliche Vereinigung für Radiobiologie,
Herr Bandazhewskij, Doktor der Medizin, Weißrußland.

Als Spezialist für Strahlensicherheit, empfehle ich dringend Messungen zur Strahlensicherheit bei Kindern schon ab 30 % des Wertes von 15 Bk/kl.


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