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Aktuelle Informationen zu den Modalitäten der Entsendung humanitärer Hilfsleistungen in die Republik Belarus
  1. Allgemeines zum Departement für humanitäre Hilfsleistungen beim Präsidenten der Republik Belarus
  2. Ankündigung einer humanitären Lieferung
  3. Ladeliste (Auflistung der Hilfsgüter)
  4. Beschluß des Ministerkabinetts der Republik Belarus Nr. 682 vom 28. Oktober 1996 "Über die Befreiung von Zollgebühren und Mehrwertsteuer von Waren, die den Charakter der humanitären Hilfe haben oder für humanitäre Zwecke bestimmt sind"
  5. Verordnung des Ministeriums für Gesundheitswesen der Republik Belarus Nr. 1710/12 vom 09.01.1997 "Über die Einfuhr in die Republik Belarus, Inventur, Aufbewahrung und Verteilung von Hilfsgütern für medizinische Verwendungszwecke"
  6. Über das Verbot der Einfuhr von Produkten tierischer Herkunft
  7. Verordnung 1672/12 vom 18.12.1996 "Über die Inventur, Aufbewahrung und Verteilung der als humanitäre Hilfsgüter in der Republik Belarus eingeführten Waren"
  8. Bedarf der medizinischen Einrichtungen der Republik Belarus, die sowohl der Heilung als auch der Vorbeugung von Krankheiten infolge der Tschernobyl-Katastrophe dienen, an medizinischen Geräten und Instrumenten, Diagnostikausrüstung, Arzneimitteln und Materialien
Inhalt  

1. ALLGEMEINES ZUM DEPARTEMENT FÜR HUMANITÄRE HILFE BEI DEM PRÄSIDENTEN DER REPUBLIK BELARUS

Das Departement für humanitäre Hilfe beim Präsidenten der Republik Belarus wurde am 09.06.1997 gegründet. Das Departement ist das Organ der Staatsverwaltung auf dem Gebiet der Realisierung der humanitären Programme und ist für den Erhalt der humanitären Hilfe in der Republik Belarus zuständig. Es sorgt für vorrangige Grenzkontrolle und Zollabfertigung von Fahrzeugen und Gütern der humanitären Hilfe, die nach Belarus eingeführt wird; es informiert die Grenz- und Zollbehörden der Republik Belarus über die Durchführung der Hilfsaktionen nach Belarus usw.

Die ausländischen wohltätigen Organisationen und Initiativen, die die Hilfsaktionen nach Belarus durchführen, informieren darüber im voraus (vor einem Monat) vor der Abfahrt des Hilfstransportes (Absendung der Pakete) nach Belarus das Departement für humanitäre Hilfe.

Adresse: Swobody-Platz, 11 220030 Minsk

Direktor (Minister): Wiktor Kutschinskij Tel.: (00375 172) 227 040 Fax: (00375 172) 227 030

Stellvertreter des Direktors: Alexander Kulakowskij Tel. (00375 172) 227 024

Abteilung für Koordination und Verteilung der humanitären Hilfe Leiter: Igor Muchin Tel. (00375 172) 227 029

Referat für Genesung der Kinder Leiter: Lidija Isjumowa Tel. (00375 172) 227 038

Folgende Angaben werden für die Entsendung humanitärer Hilfesleistungen benötigt:

Inhalt  

2. EINE ANKÜNDIGUNG EINER HUMANITÄREN LIEFERUNG
mit folgenden Angaben:

  1. Absender (Organisator der Hilfstransporte - Name und Adresse)
  2. Empfänger der Hilfstransporte in Belarus
  3. Inhalt der Sendung
  4. Menge der jeweiligen Waren
  5. Wert der Hilfssendung (schätzungsweise in DM)
  6. Datum der Abfahrt
  7. Transportart und Weg
  8. Zahl der Begleiter des Transports
  9. Dauer des Aufenthaltes am Zielort

  10. (Vordruck)
Inhalt  

3. EINE LADELISTE mit folgenden Angaben:

  1. Gewicht
  2. Benennung
  3. Zahl
  4. Verpackung
  5. Verfallsdatum
  6. Herstellerfirma (für Arzneimittel)

  7. (Vordruck)
Inhalt  

4. BESCHLUSS DES MINISTERKABINETTS DER REPUBLIK BELARUS NR. 682 VOM 28. OKTOBER 1996 "ÜBER DIE BEFREIUNG VON ZOLLGEBÜHREN UND MEHRWERTSTEUER VON WAREN, DIE DEN CHARAKTER DER HUMANITÄREN HILFE HABEN ODER FÜR HUMANITÄRE ZWECKE BESTIMMT SIND"

Um die bei der Durchführung der Hilfsaktionen entstehenden Probleme möglichst zu vermeiden, ist folgendes zu beachten:

Am 28.Oktober 1996 wurde der Regierungsbeschluß der Republik Belarus Nr. 682 über die Befreiung der Hilfsgüter von Zollgebühren gefaßt. Es wurde unter anderem festgelegt, daß die Einfuhr von Hilfsgütern in die Republik Belarus zollfrei erfolgt. Unter Hilfsgütern werden solche Güter verstanden, die unentgeltlich zur Verfügung gestellt und nicht zu kommerziellen Zwecken genutzt werden. Akzisewaren sind zollpflichtig. Ausgenommen davon sind Spezialfahrzeuge für besondere Einsätze (Rettungsdienst, Polizei, Feuerwehr) sowie solche Waren, die in sozialen, Ausbildungs- , Gesundheits- , Rehabilitations- und Sozialeinrichtungen verwendet werden. Begleitpersonen von Hilfstransporten bezahlen Hotelkosten auf dem Territorium der Republik Belarus nach ermäßigem Tarif (in gleicher Höhe wie die Bürger der Republik Belarus). Auf Antrag des Ministeriums für außerordentliche Situationen der Republik Belarus können die Hilfstransporte auf dem Territorium der Republik Belarus polizeilich begleitet und bewacht werden.

Laut den vom Staatlichen Zollkomitee angenommenen Regelungen über die Besonderheiten der Zollabfertigung der als humanitäre Hilfsgüter in die Republik Belarus eingefürten Waren wird die Zollabfertigung der Hilfsgüter von den belarussischen Zollbehörden und den Organen der Import-Exportinspektion vorrangig durchgeführt und muß im Laufe von 30 Minuten beendet sein. Aber die vordringlichste Zollabfertigung ist nur möglich, wenn die Hilfstransporte den belarussischen Zollbehörden entsprechende, notwendige warenbegleitende Dokumente oder das Transportbuch Carnet TIR mit sich führen.

Die belarussischen Organisationen, die die Hilfsgüter bekommen, wirken sehr eng und aktiv mit ihren ausländischen Partnern in allen Fragen der Organisation des Empfanges und der Nutzung der Hilfsgüter zusammen. Sie fertigen die Zolldokumente aus, organisieren Entladen und Zustellung der Hilfsgüter zu den Aufbewahrungsplätzen, führen die Kontrolle und die Verteilung der Hilfsgüter durch.

Die Botschaft der Republik Belarus in der Bundesrepublik Deutschland hat das Recht, den Begleitern von Hilfstransporten und Personen, die nach Belarus kommen, um Hilfsmaßnahmen zu besprechen, kostenfreie Visa nur auf Grund der entsprechenden Bestätigung durch das Ministerium für außerordentliche Situationen der Republik Belarus oder durch die Gebietsexekutivkomitees (Brest, Gomel, Grodno, Minsk, Mogiljow, Witebsk) bzw. durch das Stadtexekutivkomitee von Minsk auszustellen.

Die Visaanträge für die genannten Personen werden von der Botschaft der Republik Belarus in Berlin und der Außenstelle in Bonn außer der Reihe und kurzfristig bearbeitet.

Inhalt  

5. VERORDNUNG DES MINISTERIUMS FÜR GESEUNDHEITSWESEN DER REPUBLIK BELARUS NR. 1710/12 VOM 09.01.1997 "ÜBER DIE EINFUHR IN DIE REPUBLIK BELARUS, INVENTUR, AUFBEWAHRUNG UND VERTEILUNG VON HILFSGÜTERN FÜR MEDIZINISCHE VERWENDUNGSZWECKE"

  1. Alle gespendeten Medikamente, medizinischen Erzeugnisse und Technik sowie Sanitätstranport und andere medizinische Erzeugnisse, die zu den Hilfsgütern gehören, müssen auf deutlich ausgeprägten Bedürfnissen begründet sein, dem Krankheitsbild in der Republik Belarus entsprechen und die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe berücksichtigen. Ohne Vorabstimmung mit dem Gesundheitsministerium bzw. den Gesundheitsämtern der Gebiete oder der Stadt Minsk wird die medizinische Hilfsfracht nicht empfangen.
  2. Die Arzneimittel und medizinische Ausrüstung, die als humanitäre Hilfe erhalten wurden, müssen in der Republik Belarus registriert sein.
  3. Alle gespendeten Arzneimittel müssen von zuverlässigen Sponsoren der humanitären Hilfe kommen und den Qualitätsstandards im Spendenland ebenso wie in Belarus entsprechen.
  4. Arzneimittel, die Patienten im Spenderland gegeben wurden und dann an Apotheken oder andere Stellen zurückgegeben wurden oder von Mitarbeitern des Gesundheitswesens als kostenloses Muster erhalten wurden, werden in der Republik Belarus nicht als humanitäre Hilfe angenommen.
  5. Zur Zeit der Lieferung müssen alle medizinischen Spenderarzneimittel nicht weniger als ein Jahr haltbar sein, außer Medikamente, die eine Verfallsfrist kürzer als 2 Jahre haben. Solche Medikamente müssen mindestens ein Drittel der Haltbarkeitsfrist haben. Das Lieferungsdatum muß in allen Fällen von den Spendern im voraus mitgeteilt sein.
  6. Bei der Markierung jedes Containers müssen die patentierte Bezeichnung, internationale nicht-patentierte Bezeichnung, Seriennummer, medizinische Form, Inhalt von aktiven Stoffen, Name der Herstellerfirma, Zahl der Einzelteilen in einer Verpackung, Bedingungen der Wahrung und Verfalldatum angegeben sein. Im Fall von Injektionpräparaten müssen die Bedingungen der Einführung angegeben sein.
  7. Die gespendeten Medikamente müssen möglichst in großen Posten eingepackt sein.
  8. Alle gespendeten Medikamente müssen den internationalen Transportregelungen entsprechend verpackt sein und eine detaillierte Verpackungsliste beinhalten, wo der Inhalt jeder numerierten Kartonschachtel mit der Angabe der patentierten Bezeichnung und der internationalen nicht-patentierten Bezeichnung, der medizinischen Form, der Menge, der Seriennummer, des Verfallsdatums, des Volumens, des Gewichtes und der Bedingungen der Aufbewahrung angegeben sind. Die Medikamente dürfen nicht in einer Schachtel mit anderen Erzeugnissen eingepackt sein.
  9. Die Information über die gespendeten Medikamente und medizinische Ausrüstung, die geliefert werden oder schon unterwegs sind, müssen die Spenderstaaten im voraus geben. Die Information muß wenigstens folgendes enthalten: Typ und Anzahl der gespendeten Medikamente, einschließlich ihrer internationalen nicht-patentierten Bezeichnung oder reproduzierten Bezeichnung, Inhalt von aktiven Wirkstoffen, medizinische Form, Herstellerfirma, Haltbarkeitsfrist sowie Bezugnahme auf den vorherigen Briefaustausch (z. B. der Brief mit dem Empfängereinverständnis), zu erwartendes Datum des Eintreffens in der Republik Belarus, Name der Spenderorganisation und ihre Kontaktanschritt müssen angegeben sein.
  10. Die Erzeugnisse der medizinischen Technik, die als humanitäre Hilfe eingeführt werden, müssen folgende Begleitdokumente enthalten: - Paß (oder Verwendungsanweisung), mit Angaben über das Herstellungsjahr, die Herstellungsfirma und technische Charakteristik des Erzeugnisses; - Dokument, das die Arbeitsfähigkeit dieses Erzeugnisses bestätigt (Zertifikat, Akt); - Verzeichnis der Komplettierungserzeugnisse (Ausgabematerialien), die im Lieferungssatz sind.
  11. Der deklarierte Wert der gespendeten Medikamente und der medizinischen Ausrüstung muß auf den in der Republik Belarus geltenden Großhandelspreisen ihrer nicht-patentierter Äquivalentmedikamente beruhen, oder falls die nötige Information nicht vorhanden ist - auf den Großhandelspreisen der Äquivalente auf dem Weltmarkt. Als Ausnahme kann man für patentierte Medikamente (die kein nicht-patentiertes Äquivalent haben) den Großhandelspreis des näheren therapeutischen Äquivalentes als Orientierungspunkt nehmen.
  12. Die internationalen und lokalen Transportkosten, die Kosten für Aufbewahrung, Zollbearbeitung sowie für weitere entsprechende Verwahrung und Bearbeitung der Güter trägt die Spenderorganisation.
  13. Alle medizinischen Hilfsgüter müssen unbedingt den Einrichtungen des Gesundheitsschutzes der Republik Belarus für Inventur, Aufbewahrung und Verwendung nach Bestimmung übergeben werden.
  14. Für den Empfang und vernunftgemäße Verwendung der humanitären Hilfe beauftragt der Leiter der Empfangsorganisation eine Kommission. Die Kommission besteht aus: Leiter der Organisation oder Einrichtung, Buchhalter, Mitarbeiter, der die Verantwortung für die Lagerung der Wertgegenstände trägt sowie anderen Vertretern der Organisation oder Einrichtung. Die Leiter der Einrichtungen des Gesundheitsschutzes tragen die persönliche Verantwortung für die richtige Organisation des Empfanges, der Inventur, der Aufbewahrung und Verwendung der Hilfsgüter. Die Kommission führt folgende Empfangsaktionen durch: - Aufmachen (Plombenaufbrechen) und Bestandsaufnahme; - Überprüfung der eingehenden Güter nach Übereinstimmung mit dem Sortiment, der Anzahl und der Qualität, die in Begleitdokumenten (Zolldeklaration und Spezifikation) angegeben wurden; - Falls in Begleitdokumenten kein Preis für die eingehenden Güter angegeben wird, bewertet die
    Kommission ihre Einschätzung nach den gleichartigen Gütern eigener Produktion mit der Berücksichtigung ihrer Abnutzung. Wenn der Wert der humanitären Güter in den begleitenden Dokumenten in Devisen angegeben ist, wird die Bestandsaufnahme der materiellen Werte in der Buchhaltung in Belarussischen Rubeln nach dem geltenden Wechselkurs der Nationalbank am Tag der Zusammenstellung der Empfangsakt erfolgen.
  15. Die humanitäre Hilfe, deren Zollabfertigung nach der vereinfachten Prozedur auf Grund der Warenbegleitdokumente durchgeführt wurde, muß von der Kommission im Laufe von nicht mehr als 5 Tagen mit der Zusammensetzung des zusätzlichen Exemplares des Empfangsaktes bearbeitet werden. Auf Grund des Empfangsaktes und der Warenbegleitdokumente im Laufe von nicht mehr als 7 Tagen muß die Importzolldeklaration zusammengestellt sein und zusammen mit dem zusätzlichen Exemplar des Empfangsakt ins Zollamt vorgestellt sein. Die im Zollamt registrierte Zolldeklaration und der Empfangsakt dienen als Grundlage für die Aufstellung zur Registrierung.
  16. Die Verteilung an die Adressaten der humanitären Hilfe erfolgt in Übereinstimmung mit geschlossenen Abkommen oder Vereinbarungen zwischen Versender und Empfänger.
  17. Die Verteilung der unadressierten humanitären Hilfe wird von der Kommission der Organisation vorgenommen, wenn kein anderer Mechanismus zwischen dem Entsender und dem Empfänger festgestellt wurde.
  18. Die Übergabe sowohl der zielgerichteten als auch der unadressierten humanitären Hilfe erfolgt nach den Übergabeakten, dem Frachtbrief in der vorgeschriebenen Ordnung.
  19. Im Falle der Übergabe der humanitären Hilfe an Privatpersonen, an deren Adresse sie vom Senderland geschickt wurde, wird die Liste der Empfänger mit folgenden Angaben: Name, Vorname und Vatersname, Adresse, Ausweisangaben, Maßeinheit, Anzahl und Unterschrift des Hilfsempfängers angefertigt.
  20. Bei Notwendigkeit einer nicht länger als 2 Monate dauernden Lagerung humanitärer Hilfe bis zu ihrer Übergabe an die Empfänger bzw. Adressaten sichert die Empfängerorganisation die angemessene Aufbewahrung und die Unversehrtheit der Hilfsgüter zu.
Inhalt  

6. ÜBER DAS VERBOT DER EINFUHR VON PRODUKTEN TIERISCHER HERKUNFT

Wegen der Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE), die unter Rindern in Deutschland entdeckt wurde, hat das Landwirtschaftsministerium der Republik Belarus die Einfuhr der folgenden Waren aus der BRD verboten:

Rinder, Sperma, Embryo, Fleisch, Fleischwaren, Milch, Milchwaren, Futter tierischer Herkunft, andere Waren, die vom belarussischen Veterinäramt kontrolliert werden.

Inhalt  

7. VERORDNUNG DES MINISTERIUMS FÜR AUSSERORDENTLICHE SITUATIONEN UND SCHUTZ DER BEVÖLKERUNG VOR DEN FOLGEN DER TSCHERNOBYL-KATASTROPHE NR. 1672/12 vom 18.12.1996 "FÜR DIE INVENTUR, AUFBEWAHRUNG UND VERTEILUNG DER ALS HUMANITÄRE HILFSGÜTER IN DER REPUBLIK BELARUS EINGEFÜHRTEN WAREN"

  1. In Übereinstimmung mit dem Beschluß der Regierung der Republik Belarus Nr. 682 "Über die Befreiung der Hilfsgüter von Zollgebühren und Mehrwertsteuer" sind gesellschaftliche Fonds, religiöse Vereinigungen, Organisationen des Roten Kreuzes und andere juristische Personen (im weiteren Organisationen) sowie die Organisationen, die von den ausländischen Entsendern beauftragt werden, die Hilfsgüter zu empfangen, zu liefern und zu verteilen, Empfänger der humanitären Hilfe.
  2. Unter Hilfsgütern sind alle Güter zu verstehen, die unentgeltlich von Ausländern gespendet sind und sowohl von der Seite der Entsender, als auch von der Seite der Empfänger keine kommerziellen Gewinne erbringen.
  3. Die Akzisewaren außer Spezialfahrzeugen für Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und öffentlichen Verkehr, sind von der Bezahlung der Zollgebühren nicht befreit.
  4. Zur Entgegennahme, Bewertung und vernunftgemäßen Verwendung der humanitären Hilfsgüter beauftragt der Leiter der Empfängerorganisation eine Kommission. Die Kommission besteht aus: Einrichtungsleiter oder sein Stellvertreter, Buchhalter, Mitarbeiter, der die Verantwortung für die Lagerung der Wertgegenstände trägt, andere Vertreter der Einrichtung oder Öffentlichkeit.
  5. Die Warenaufnahme der humanitären Güter hat die Kommission innerhalb von 5 Tagen durchzuführen. Folgendes ist dabei zu beachten:
    Die Eröffnung der verplombten Sendung und Bestandsaufnahme erfolgt in Anwesenheit eines Vertreters des Exekutivkomitees;
    Alle empfangenen Güterwaren werden entsprechend der Angaben in den Begleitpapieren nach Sortiment, Anzahl, Qualität und Preisen geprüft (Zolldeklaration, Spezifikation);
    Ist der Preis der in Empfang genommenen Güterwaren in den Begleitpapieren nicht enthalten, unternimmt die Kommission eine Wertschätzung in Anlehnung der Analogpreise für Waren eigener oder ausländischer Herstellung mit Rücksicht auf die Abnutzung.
  6. Die Warenaufnahme der humanitären Hilfsgüter wird mit einem Aufnahmeakt mit 3 Durchschriften dokumentiert, von denen zwei in der Organisation bleiben. In einer Frist von 7 Tagen ist auf Grund des 3. Exemplars des Warenaufnahmebescheides und der Begleitpapiere die Zolldeklaration zu erstellen und zusammen mit einem Exemplar dem Zollamt vorzulegen. Die registrierte Zolldeklaration mit Aufnahmeakt sind die Grundlage für die buchhalterische Bestandsaufnahme der humanitären Hilfsgüter.
  7. Falls bei der Warenaufnahme quantitative oder qualitative Abweichungen von den Angaben in den Begleitpapieren festgestellt werden, sind 4 Exemplare des Aufnahmeaktes mit Mängelhinweis zu erstellen. Zwei von denen, vom Kommissionvorsitzenden und allen Kommissionmitglieder unterzeichnet, verbleiben bei der Empfängerorganisation. Das 3. Exemplar wird bei dem Zollamt laut Punkt 4 dieser Verordnung vorgelegt. Das 4. Exemplar wird an das Ministerium für außerordentliche Situationen gesendet, um entsprechende Maßnahmen durchzuführen.
  8. Die in den Bestand aufgenommenen materiellen Wertgüter werden in den Buchführungsunterlagen nach dem Gesetz der Republik Belarus "Über die Buchführung und buchhalterische Rechenschaftslegung" aufgeführt.
  9. Für die Einfuhr von Nahrungsmitteln sind entsprechende Dokumente und Genehmigungen erforderlich. Diese Genehmigungen sind bei der veterinären Hauptverwaltung und Staatlichen veterinären Inspektion oder Staatlichen Inspektion für Pflanzenquarantäne des Ministeriums für Landwirtschaft und Lebensmittel, einzuholen. Beim Eingang von Nahrungsmitteln mit einem überschrittenen Verfallsdatum oder einem niedrigen organischen Ernährungswert, von Sachen, die überhaupt zum Gebrauch ungeeignet sind, wird die Kommission der Organisation bei Anwesenheit eines Vertreters der Exekutive die Sonderakten für diese materiellen Werte mit Ziel der Vernichtung anfertigen. Falls Nahrungsmittel verteilt werden, die ein überschrittenes Verfallsdatum haben, oder einen niedrigen organischen Ernährungswert besitzen, oder überhaupt zum Gebrauch ungeeignet sind, tragen die schuldigen Personen die Verantwortung nach dem geltenden Gesetz der Republik Belarus.
  10. Die Verteilung der humanitären Hilfsgüter erfolgt an die Adressen, die zwischen dem Versender und Empfänger gegenseitig vereinbart sind, oder in Übereinstimmung mit geschlossenen Abkommen. Die Lieferung und die Verteilung der Hilfsgüter kann unter der Teilnahme der Vertreter der Spendenländer erfolgen. Die Verteilung der humanitären Hilfe an Adressen außerhalb des Territoriums der Republik Belarus ist nicht gestattet.
  11. Die Verteilung der unadressierten humanitären Hilfe wird von der Kommission der Organisation vorgenommen, wenn kein anderer Mechanismus zwischen dem Entsender und dem Empfänger festgestellt wurde. Die Prioritätsadressen der Sendung der humanitären Hilfe sind Kinderheime, Schulen-Internate, andere Kindereinrichtungen, Altersheime, Pflegeheime, medizinische und soziale Zentren, Rehalibitationszentren, Barmherzigkeitszentren, Krankenhäuser und andere heilendvorbeugende Einrichtungen.
  12. Die Weiterleitung der adressierten und unadressierten Hilfesendungen erfolgt nach Versandpapieren und Übergabebestätigungen laut geltender Regelung. Das Registrierungsystem soll eine effektive Kontrolle über den Empfang und die Endverwertung der humanitären Hilfsgüter ermöglichen. Die Verwertung der humanitären Hilfe zu kommerziellen Zwecken ist verboten. Die Verteilung und Übergabe der humanitären Hilfsgüter an physische Personen muß an besonders notleidenden Bevölkerungsschichten erfolgt werden auf Grund eines Beleges, in dem obligatorisch die Personalien (Name, Vorname und Vatersname, Adresse, Ausweisnummer) des Hilfsempfängers einzutragen sind. Weitere Eintragungen sind: Warenbennenung des Gutes, Maßeinheit, Anzahl, Unterschrift des Empfängers. Die Notwendigkeit der Übergabe an die Privatperson ist zu bestätigen.
  13. Bei Notwendigkeit einer nicht länger als 3 Monate dauernden Lagerung humanitärer Hilfe bis zu ihrer Übergabe an die Empfänger bzw. Adressaten sichert die Empfängerorganisation die angemessene Aufbewahrung und die Unversehrtheit der Hilfsgüter zu.
  14. Die Einrichtungen, die zum Empfang von humanitären Hilfsgüter befugt sind, sind verpflichtet, quartalsmäßige Informationsberichte bezüglich der humanitären Hilfe an die Bezirk-Exekutivkomitees/Stadt-Exekutivkomitees einzureichen. Diese haben ihrerseits Gesamtberichte an das Gebietsexekutivkomitee zu entrichten. Die Gebietsverwaltung hat ihrerseits innerhalb von 20 Tagen vor dem Ministerium für außerordentliche Situationen und Schutz der Bevölkerung vor den Nachfolgen der Tschernobyl-Reaktorkatastrophe Rechenschaft abzulegen.
  15. Bei Verletzung dieser geltenden Verordnung tragen die Amtspersonen Verantwortung nach dem geltenden Recht der Republik Belarus.
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8. BEDARF DER MEDIZINISCHEN EINRICHTUNGEN DER REPUBLIK BELARUS, DIE SOWOHL DER HEILUNG ALS AUCH DER VORBEUGUNG VON KRANKHEITEN INFOLGE DER TSCHERNOBYL-KATASTROPHE DIENEN, AN MEDIZINISCHEN GERÄTEN UND INSTRUMENTEN,DIAGNOSTIKAUSRÜSTUNG, ARZNEIMITTELN UND MATERIALIEN

1. DIAGNOSTIKAUSRÜSTUNG

Röntgenapparate mit Verstärkern der Röntgendarstellung Therapeutische Kardiodyagnostikultraschallkomplexe Elektrokardiographe Echokardiographe Defibrillatoren Monitore Hämatologische Analysatoren Biochemische Analysatoren Ultraschallscanner mit Besteck von Fühlern Fibergastroskope für Kinder Fibergastroskope für Erwachsene Neonatale Monitore Mammographen Lumineszenzmikroskope Immunofermentanalysatoren Fibrobronchoskope mit Videosystem Fahrradergometer Narkose-Beatmungsgeräte Immunitätsanalysatoren

2. MEDIZINISCHE BEHANDLUNGSAUSRÜSTUNG

Gammafernbestrahlung "AGAT-PI", "AGAT-C" tragbare und stationäre Inhalationsgeräte Operationsbestecke Operationstische Stomatologieanlagen

3. ARZENIMITTEL

Hypotensions- und gegenischämische Herz- und Gefäßheilmittelpräparate Breitbandantibiotika Multivitaminpräparate für Kinder und Erwachsene Anästhesiepräparate für Initial- und Inhalationsnarkose

4. MATERIALIEN UND SPEZIALKLEIDUNG

Naht- und Verbandmaterialien Spezialkleidung (Kittel, Mützchen, Maske u.a.) Gummihandschuhe Dyagnostilkontrastmittel Medizinische Einmalgebrauchsspritzen Einmalgebrauchsbluttransfusionsysteme
Inhalt  


Arbeitskreis humanitäre Projekte e.V.
Amtsgericht Köthen VR 409
Jörg Müller   Radegaster Straße 14    D-06369 Weißandt-Gölzau