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Rayon Korma

Auf Grund der schon in der Rubrik "Probleme" angeschnittenen Dinge haben wir uns entschlossen, unsere Aktivitäten teilweise in den Rayon Korma zu verlagern. Die betrifft jedoch nicht die Projekte "Kindererholung" (arch. Expeditionen) einschl. der Zusammenarbeit mit den örtlichen Museen sowie Aufbau des prophylaktischen stomatologischen Systems. Auch die begonnene Arbeit im heimatkundlichen Zentrum bleibt davon unberührt. Vorrangig werden die Hilfsgüter in den Landkreis Korma geliefert.

Der Landkreis Korma ist der östliche Nachbarkreis des Rayon Rogachev. Dieser Kreis ist direkt durch die Folgen von Tschernobyl betroffen, weite Teile der Fläche (glücklicherweise wohl nicht direkt die Kreisstadt) wurden durch radioaktive Niederschläge kontaminiert, so beispielsweise mit dem langlebigen Cäsium-137. Zur Zeit leben nur noch etwa 21.000 Menschen im Rayon Korma, davon 5.000 Kinder und 6.000 Pensionäre. Bei der Rayonverwaltung hat sich zur Koordination der Hilfe (nicht nur der Hilfe von Außen) ein Verein gebildet ("Milij Szerze"), in dem vorwiegend Ärzte, Pädagogen und Leute aus Sozialberufen versuchen, in Notfällen Unterstützung zu geben. Dieser Verein ist auch unser Partner in diesem Rayon.

In der Vergangenheit erhielten die Einwohner des Kreises verhältnismäßig wenig Hilfe von Außen (im Vergleich beispielsweise zum benachbarten Landkreis Rogachev). Als einen der Hauptgründe vermute ich die mangelhafte Kommunikationsmöglichkeit aus dem Ausland. Der Kreis ist einer der wenigen in der Republik Belarus, der beispielsweise von Deutschland aus telefonisch nicht direkt erreichbar ist. Dies erschwert natürlich die erforderlich Vorbereitung bei der Durchführung von Maßnahmen der humanitären Hilfe in sehr hohem Maße (beispielsweise bei der Beantragung von Visa, den Transport- und Ladedokumenten usw. Diese Erschwernisse können wir glücklicherweise durch unsere "Relaisstation" in Rogachev umgehen. So war beispielsweise der letze Transport im April diesen Jahres mit Offsetdrucktechnik, Computer- und Kopiertechnik, Bekleidung und neuen Schuhwerk sowie medizinisch-technischem Material problemlos möglich. (Dabei waren wohl die ca. 450 Paar neuen Schuhe sozusagen "das Wertvollste")

Ein Projekt des dortigen Vereins möchten wir besonders unterstützen.
Durch den dortigen Verein wurde mit Unterstützung der Landkreisverwaltung die Voraussetzung geschaffen, für Kinder und Jugendliche in einer Art Arbeitsgemeinschaft "Holz" sinnvoll einen Teil der Freizeit zu verbringen und dabei auch noch was zu lernen.

Es sind damit eigentlich gleich mehrere Ziele verfolgt. Einmal soll es zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung kommen, andererseits sollen auch handwerkliche Fähigkeiten erworben und geschult werden, für einen Teil soll es aber auch schon eine gewisse Art Berufsvorbereitung werden.
Zur Zeit treffen sich zweimal in der Woche die Kinder und Jugendlichen für etwa drei bis vier Stunden, um unter Anleitung erfahrener Ausbilder den Umgang vorrangig mit Holz zu erlernen. Sie erlernen Grundlegendes bei Tischlerarbeiten und Schnitzerei, befassen sich mit Holzbrandmalerei und Intarsienarbeiten sowie Sägearbeiten. Weiterhin erlernen ein Teil von ihnen die Stickerei und Flechtarbeiten. Es ist also eine Verbindung von handwerklichen und künstlerischen Arbeiten.

Für diese Arbeitsgemeinschaft wird noch Werkzeug benötigt, vorrangig für die manuelle Arbeit. aber beispielsweise als einzigstes elektrisches Gerät eine kleinere Abrichte. Ansonsten vor allem Sägen (beispielsweise Laubsägen), Hobel, Feilen, Schnitzwerkzeuge usw.

Für die Unterstützung dieses Projektes benötigen wir noch Hilfe.


Arbeitskreis humanitäre Projekte e.V.
Amtsgericht Köthen VR 409
Jörg Müller   Radegaster Straße 14    D-06369 Weißandt-Gölzau