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Projekt: STOMATOLOGISCHES ZENTRUM

Begründung des Vorhabens im Rahmen des
"Nationalen Programms zur Prophylaxe
stomatologischer Erkrankungen"

Nach Meinung von Experten der Weltgesundheitsorganisation kann die energische Einführung komplexer Programme im Laufe eines Lebens einer Generation Krankheiten auf ein Minimum reduzieren [Dokumentation des IV. Kongresses der Stomatologen Weißrußlands, Witebsk, 2000, S.465]. Aufgrund der weiten Verbreitung von Karieserkrankungen der Zähne und die dadurch hervorgerufene Intensität der Schädigung der Bevölkerung zählen die Fragen der Prophylaxe dieser Krankheit zu den aktuellen Problemen der Medizin... Das Problem der Prophylaxe untergliedert sich in drei Aspekte:

  1. Kariesprophylaxe
  2. Prophylaxe von Paradontose- und Mundschleimhauterkrankungen
  3. Prophylaxe von Kiefer- und Gesichtsanomalien

Eine reelle Erfolgschance haben diese drei Maßnahmen nur dann, wenn sie im Kindesalter wirksam werden, nur dann können zuverlässige Ergebnisse im Hinblick auf die Verbesserung der Zahngesundheit erreicht werden [Dokumentation des IV. Kongresses der Stomatologen Weißrußlands, Witebsk, 2000, S.462].

Der führende Stomatologe Weißrußlands, Herr P. A. Leus, prognostiziert in dem Artikel "Die stomatologische Gesundheit der Bevölkerung Weißrußlands im 21. Jahrhundert" [Dokumentation des IV. Kongresses der Stomatologen Weißrußlands, Witebsk, 2000, S.138] eine weitere Entwicklung privater stomatologischer Dienstleistungen, die dazu führt, daß ineffiziente Heilmethoden nicht mehr zur Anwendung kommen werden und sich gleichzeitig das Niveau des stomatologischen Gesundheitszustandes erhöhen wird. Etwa im Jahr 2015 wird eine Vergleichbarkeit grundlegender Kenndaten dieses stomatologischen Gesundheitszustandes unter der erwachsenen Bevölkerung Weißrußlands, des europäischen Teils der Russischen Föderation, der baltischen Staaten und Westeuropas möglich sein...

Etwa bis zum Jahr 2005 werden 60 bis 70 Prozent der Stomatologen teilweise oder vollständig im privaten Sektor des stomatologischen Gesundheitssystems für die Bevölkerung tätig sein..., in den nächsten 5 bis 10 Jahren werden staatliche stomatologische Prophylaxe-Zentren für Kinder im Vorschul- und Schulalter gebaut werden.

Die Analyse der Daten, die im Zusammenhang mit dem hohen Verbreitungsgrad der Karies bei der städtischen Bevölkerung im Kindesalter Weißrußlands vom Leiter des Lehrstuhls für Kinderstomatologie Herrn Prof. E. M. Melnitschenko durchgeführt wurde, unterstreicht die Notwendigkeit der Verstärkung prophylaktischer Maßnahmen, um die neuen Grenzwerte zu erreichen, die von der Weltgesundheitsorganisation für die Jahre 2005 und 2015 festgelegt wurden. Dann nämlich sollten bei nicht mehr als 3 % der Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren Karies- und Paradontose festzustellen sein. 50 % der Kinder in einem Alter von 5 bis 6 Jahren sollten hingegen gesunde Zähne haben (frei von Karies) [Dokumentation des IV. Kongresses der Stomatologen Weißrußlands, Witebsk, 2000, S.175].

Die Bedeutung prophylaktischer Maßnahmen in der Struktur des stomatologischen Gesundheitssystems resultiert aus wisenschaftlich-vergleichenden Bewertungen des Kariesbefalls der Zähne bei Kindern im Vorschulalter, die in Gebieten mit radioaktiver Belastung aufwachsen. So ist ein Anwachsen der Verbreitung sowie der Intensität der Karies in Abhängigkeit vom Anstieg der Radioaktiven Belastung zu verzeichnen [Datenmaterial der stomatologischen Poliklinik Gomel; aus Dokumentation des IV. Kongresses der Stomatologen Weißrußlands, Witebsk, 2000, S.174].

Aus den Daten von Kliniken und des Weißrussischen Kommitees "Kinder Tschernobyls" geht hervor, daß nur etwa 2 % der Kinder allgemein gesund sind, jedoch ab einem Alter von 6 und bis 12 und 14 Jahren aufwärts, erhöht sich die Anzahl der erkrankten Kinder.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, daß 34 % der Schüler an Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes leiden, bei hoher Erkrankungshäufigkeit (Morbidität) des harnableitenden Systems.

Die erhaltenen Parameter erweisen sich als Kennzeichen für die ökologischen Störungen, als ein solches Kennzeichen kann auch eine stomatologische Erkrankung dienen.

Hinlänglich bekannt ist der Zusammenhang zwischen Erkrankungen der inneren Organe, des Magen-Darm-Traktes und dem Zustand des Kiefer-Zahn-Systems.

Die erhaltenen Daten weisen auf eine hohe Intensität und Verbreitung der Karies in Kombination mit Entzündungsprozessen im angrenzenden Zahnfleischgewebe hin, was die Notwendigkeit einer aktiven Einführung prophylaktischer Maßnahmen unterstreicht.

Letztere können die Anwendung innerer und äußerer Mittel zur Kariesprophylaxe einschließen, weiterhin wichtig ist die rechtzeitige Erkennung von Risikofaktoren, die die Ursache von Erkrankungen des Zahnfleisches und Kiefer-Zahn-Anomalien sind. Darüber hinaus ist die Vermittlung von Hygienegewohnheiten zur Pflege der Mundhöhle durch individuelle Auswahl von Mitteln und Methoden zu berücksichtigen. Dies schließt aber auch die Durchführung von Sanierungsmaßnahmen (Zahnsanierung) am Wohnort ein [Dokumentation des IV. Kongresses der Stomatologen Weißrußlands, Witebsk, 2000, S.378 - 379].


Arbeitskreis humanitäre Projekte e.V.
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