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Das Museum "Less Soldata" (Wald der Soldaten) wurde am 20. Februar 1994 eröffnet. Dieses Museum gehört zum heimatkundlichen Zentrum des Kreises Rogachev, seine Ursprünge liegen heute bereits 30 Jahre zurück. Anfang der 70er Jahre hatte ein Lehrer der Gomeler Berufsschule, P.J.Golobaschew, die Idee zu einem Museum, das den sowjetischen Fliegern gewidmet ist, die in den Jahren des 2. Weltkrieges umgekommen sind.

Diese Berufsschule trug den Namen eines Fliegers aus dem 2. Weltkrieg, Pawel Golowatschew. Golowatschew wurde im Kreis Buda-Koscholewa geboren. 1934 beendete er die Berufsschule Nr.56 in Gomel. Noch vor dem Krieg erlernte Golowaschew im Fliegerklub von Gomel das Fliegen.

Der Geschichtslehrer dieser Berufsschule, Marat Grigoriewitsch Gorewoi, gründete mit anderen interessierten eine Gruppe, die sich mit der Suche nach im Kriege gefallenen Fliegern beschäftigte. Diese Gruppe arbeitete mehr als 15 Jahre in den Gebieten Tschernigow, Gomel und Witebsk. Einer der Schwerpunkte ihrer Arbeit lag im Rogachever Rayon. Am Anfang der 80er Jahre wurde diese Arbeit noch ausgeweitet. Sie begannen mit der Suche und der Ausgrabung bzw. Exhumierung von Einzel- und Massengräbern sowjetischer und deutscher Soldaten. Hierbei entstand bei M.G. Gorewoi die konkrete Idee zu einem Museum, in dem das Schicksal der sowjetischen aber auch der deutschen Soldaten dargestellt wird.

Unterstützung erhielten Gorewoi und seine Helfer dabei von der Rogachever Stadtverwaltung und der Abteilung Volksbildung, stellvertretend seien hier W.I. Kondratenko und W.A. Matuschenko genannt.

1994 war es dann soweit, das Museum "Less Soldata" konnte eröffnet werden.

Einen Hauptteil der Exponaten sind Materialien, die mit abgestürzten bzw. abgeschossenen sowjetischen Flugzeugen verbunden sind. Unter ihnen sind beispielsweise die Truemmerteile eines Flugzeuges Typ SB, die in 1985 in der Naehe des Dorfes Schapschitzi (Rogachever Rayon) bei Ausgrabungen im Erdboden aufgefunden wurden, sowie das Wrack eines Flugzeuges Typ Jak-1b, das 1979 unweit des Dorfes Alexandrowka (Shlobiner Rayon/ Gebiet Gomel) ausgegraben wurde. Der Pilot dieses Flugzeuges war Michail Radionowitsch Marutschenko, ein Flieger der 16. Luftarmee, 517. Kampfgeschwaders.

Im Museum finden sich auch die Teile zweier Flugzeuge Typ IL-2. Eines wurde 1983 unweit des Dorfes Sabolotje (Rogachever Rayon) gefunden. Das andere Flugzeug wurde bei dem Dorfe Tschernin (Swetlogorsker Rayon / Gomeler Gebiet) gefunden, die Kanzel befand sich in einem tiefen Krater. Als Besatzung dieses Flugzeugs konnten A.I. Prudnikow und W.S. Ljaskewitsch ermittelt werden.

Im Mittelteil des Museums befinden sich Vitrinen mit Schriftstücken und und anderen Materialien, die über das Schicksal der sowjetischen Flieger und Soldaten, die hier während des 2. Weltkrieges umkamen, berichten.

Zwei Tafeln sind dem Flieger M.R. Marutschenko und seinen Mitkämpfern aus dem 517. Kampfgeschwader gewidmet, eine weitere Tafel berichtet über das Schicksal der Besatzung eines Flugzeuges Typ IL-2, Pilot A.I. Priadko, Bordschuetze A.N. Dudko. Dieses Flugzeug wurde von der Forschungsgruppe aus Gomel 1981 im Tschernigowsker Rayon (Kiewer Gebiet / Ukraine)) aufgefunden.

Zwei weitere Tafeln berichten von den Fliegern A.T. Zarew und J.A. Klimenko eines Flugzeuges Typ IL-2, das im Juli 1981 unweit des Dorfes Madora (Rogachever Rayon) gefunden wurde. Eine andere Tafel ist den beiden Brüdern Jakow und Anatoli Kriwitsch gewidmet. Anatoli Kriwitsch war Flieger 4. Jagdbombergeschwaders und kam am 3. Juli 1941 im Rogachever Landkreis um. Sein Bruder Jakow Kriwitsch diente in der Infanterie und überlebte den Krieg.

Weiter folgen zwei Tafeln mit Berichten über die Besatzung einer IL-2 mit dem Piloten I.I. Zypnjatow und dem Bordschützen P.Z. Awerin. Sie kamen unweit des Dorfes Falewitschi (Rogachever Rayon) ums Leben.

Weitere Tafeln berichten über die Soldaten, die im August 1941 und im Juni 1944 bei Kämpfen um das Dorf Chomitschi gefallen sind. Auf Grund aufgefundener persönlicher Sachen und den Medaillen gelang eine Identifizierung der Gefallenen A.D. Nefedow, G.A. Umanzew, G.I. Pnomarenko, F.I. Kalaschnik, D.M. Kasakow, A.A. Sawerjuko, S.A. Scharejew sowie A.G. Sjutschenko.

Die Wände des Museums wurden von dem Rogachever Künstler W.I. Paladenko gestaltet. Gegenüber des zentralen Einganges in das Museum befindet sich eine Malerei, die der Anfangsperiode des Krieges gewidmet ist und den Einmarsch der deutschen Armee darstellt. Die die große Längswand des Museums zeigt als Großgemälde das vorkrigszeitliche Rogachev mit seiner damaligen Architektur sowie die Thematik der Trauer der Mütter, Schwestern und Frauen.

Vor dem Eingang der Ausstellung befinden sich Trümmerteilen einiger sowjetischer Flugzeuge, die im Gebietes Witebsk gefunden wurden.


Das Museum "Less Soldata" besuchen jedes Jahr etwas mehr als 4.000 Gäste.

Zur Zeit erfolgt eine Rekonstruktion des Museums, die auf "der Idee des Friedens" gegründet ist, hier soll auch mehr auf gefallene deutsche Soldaten eingegangen werden.

Direktor des Rogachever Heimatkundlichen Zentrums und des Museums ist Gennadi Titowitsch.


Der belorussische Landkreis Rogachev
© Jörg Müller