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Gorodez

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Gorodez finden wir in einer Statistik des Mogilewer Gouvernement des Jahres 1784.

1884 gehört das Dorf zum Landkreis Rogachev Bei den Eigentumsverhältnisse heisst es, dass das Dorf Besitz der Erben des Gutsbesitzers Drobyshewski sei.

Der Ort liegt an dem kleinem Flüßchen Rshawka, etwa 25 Werst von Rogachev und 12 Werst von der Poststation Gadilowitschi entfernt.

1880 gab es 595 männliche und 425 weibliche Einwohner, davon 615 russisch-orthodoxem Glaubens und 205 jüdischer Konfession.

Alle Gebäude des Ortes waren zu dieser Zeit Holzbauten. Es gab 130 Wohnhäuser (davon gehörten 89 Christen und 41 Juden), eine russisch-orthodoxe Kirche, eine jüdische Religionsschule sowie drei Geschäftsgebäude und die Volksschule

Gorodez ist Verwaltungssitz für den Amtsbezirk.

Im Jahr werden im Ort zwei Handelsmessen abgehalten, die jeweils an einem kirchlichen Feiertag stattfinden, dem15. August und 9. Mai. Dabei werden Umsätze von bis zu 10.000 Rubel (Augustmesse) bzw. 3.000 Rubel (Maimesse) getätigt.

Zum Amtsbezirk Gorodez (Landkreis Rogachev, Mogilewer Gouvernement) gehörten folgende Ortschaften:

1. Antonowka

2. Wladimirowka

3. Warwarino

4. Wetotschka

5. Wischenka

6. Vysokoje

7. Gadilowitschi

8. Gumnitsche

9. Malye Gorodez

10. Stary Gorodez

11. Grjaditsche

12. Grabje

13. Deniskowitschi

14. Jekaterinapolje

15. Sarjadkowje

16. Malye Koslowitschi

17. Krasnitza

18. Kamenka Strelkowskaja

19. Kamenka Ryskowskaja

20. Stary Ljuban

21. Nowaje Sseliwonowka

22. Nadjeshdino

23. Nikolajewka

24. Pribor

25. Risskowo

26. Sseminowka

27. Sswatoje

28. Stolpnja

29. Sansonowka

30. Malye Sstrelki

31. Sstrelki

32. Falwarok Bolschije Sstrelki

33. Tursk

35. Ugly

34. Chimui

36. Chodossowitschi

37. Zuper

38. Zirkowje

39. Tschepilowo

Die Bevölkerung des Amtsbezirkes arbeitete vorwiegend in der Forstwirtschaft, meist als Holzfäller.

Vor allem in den Wintermonaten, wenn viel Brennmaterial benötigt wurde, verdienten sie für dortige Verhältnisse nicht schlecht. Im Winter war der mittlere Verdienst eines erwachsenen Arbeiters mit Pferd und einem Gehilfen (in der Regel ein Jugendlicher) etwa 74 Rubel. Im Vergleich dazu lag das durchschnittliche Einkommen im Kreis bei 28 Rubel und 48 Kopeken.


Der belorussische Landkreis Rogachev
© Jörg Müller