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Dowsk

Dowsk ist ein großes Dorf ca. 30 Kilometer östlich der Kreisstadt Rogachev an der Kreuzung der R 38 mit der Hauptfernverkehrstrasse M8 (Gomel Witebsk). Mit den zugeordneten kleineren Dörfern in der unmittelbaren Umgebung, wie etwa Stary Dowsk, leben hier etwa knapp 2500 Einwohner.

Neben einem kleinen Busbahnhof gibt es auch eine Tankstelle, eine Zollstation, Post und einige Geschäfte. Am Ortseingang aus Richtung Rogachev befindet sich ein Zweigbetrieb des belorussischen Straßenbaubetriebes und eine landwirtschaftliche Versuchsstation. Irgend jemand hat mir mal erzählt, das man unter anderem hier auf Versuche spezialisiert war, Auswirkungen der Verstrahlung nach Tschernobyl auf Pflanzen, also deren Resistenz und Mutationserscheinungen zu testen und zu untersuchen. Zwar ist es von Dowsk aus nicht mehr weit bis zur direkten verstrahlten Zone, aber ich halte es eigentlich für relativ unwahrscheinlich. Nicht nur wegen der Unscheinbarkeit des Objektes (das hat ja hier nun wirklich nicht viel zu besagen), sondern vor allem wegen der Größe des Objektes.

Außer einer Kirche und einer Mittelschule mit etwa 300 Schülern gibt es noch ein Krankenhaus, das zum Rogachever Kreiskrankenhaus gehört.

Im Rahmen eines deutsch-belorussischen Projektes wurde im September 1998 in Dowsk eine Strahlenmeßstelle eingerichtet. Hier konnten Kontrolluntersuchungen sowohl bei der Bevölkerung als auch bei verwendeten Lebensmitteln durchgeführt werden, die eine Aussage über die Überschreitung der Grenzwerte, besonders Cäsium-137, zulassen.

Dowsk hat seit dem 06.08.97 eine Städtepartnerschaft mit dem deutschen Petershagen/Eggersdorf, einer Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland

Bereits um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert war Dowsk Verwaltungssitz eines Amtsbezirkes. Neben dem Gebäude mit Sitz der Verwaltung des Amtsbezirks gab es noch eine Brennerei.

Dowsker Abteilung der Rogachever Kreiskrankenhauses

Das Krankenhaus von Dowsk wurde im Jahre 1914 erbaut und eingerichtet und gehört heute zur Struktur des Kreiskrankenhauses Rogachev (TMO). Bis zum 2. Weltkrieg war sie gehörte sie zum Komplex des damaligen Bezirkskrankenhauses Shurawitschi. 1944 wurde das Krankenhaus als Spezialeinrichtung für die Behandlung von Flecktyphus benutzt.

Im August 1947 übernahm der Chirurg L.G. Rukman das Dowsker Krankenhaus als Chefarzt, das er bis 1979 leitete. Für seine erfolgreiche Tätigkeit wurde er mit dem Titel "Verdienter Arzt der BSSR" ausgezeichnet. Stellvertreter und Leiter der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe war seine Ehefrau A.I. Ponjatowskaja.

Zu dieser Zeit hatte das Krankenhaus neben seiner ambulanten Versorgung noch eine Bettenkapazität von 25 Betten.

1978 wurde dem Krankenhaus ein neues Gebäude übergeben mit einer Kapazität von 100 Betten. Es verfügt neben der allgemeinmedizinischen über eine chirurgische, eine Kinder- und Geburtshilfeabteilung sowie ein eigenes Labor, Röntgenabteilung, Abteilung Physiotherapie und eine Zweigstelle der Rogachever Schnellen Medizinischen Hilfe.

1990 wurde das Ambulatorium eingerichtet, das für eine Kapazität von 100 Patienten je Schicht ausgelegt ist.

Von 1980 bis 1994 war W.M. Melnik Chefarzt des Krankenhauses.

Zur Zeit ist das Krankenhaus für 110 Betten ausgelegt, es gibt noch die Abteilungen Chirurgie, Therapie sowie Haut- und Geschlechtskrankheiten.

Im Krankenhaus arbeiten gegenwärtig 9 Ärzte und 38 Krankenschwestern. Leiter der Einrichtung ist L.W.Putrik


Der belorussische Landkreis Rogachev
© Jörg Müller