Medizinische Versorgung

Geschichtliches

Mitte des 16. Jahrhunderts hatte Rogachev noch einen mehr dörflichen Charakter. Erst im Jahre 1774 wurde dem Ort durch Katharina II. das Stadtrecht verliehen.
Erste medizinische Einrichtungen wurden in der Zeit von 1777-1804 in diesem Gebiet geschaffen durch die Eröffnung von zwei kleinen Krankenhäusern in Minsk und Mogilev. Durch die Kampfhandlungen während der Berfreiungskriege gegen Napoleon wurde es notwendig, auch in Rogachev zur Unterbringung und Behandlung der Verwundeten ein Hospital zu eröffnen. Diese Einrichtung blieb auch nach Ende des Krieges bestehen und wurde 1843 rekonstruiert und erweitert.

Um 1919 wurde Rogachev durch polnische Truppen besetzt, das Krankenhaus wurde als medizinische Einrichtung geschlossen und zu einer Art Kulturhaus und Offiziers-Club für polnische Militärangehörige umfunktioniert. Erst nach Abzug der polnischen Truppen Angfang der 20er Jahre wurde hier wieder ein Krankenhaus eingerichtet. Neben der eigentlichen medizinischen Versorgung lag ein großer Schwerpunkt im Bereich der Aufklärung der Bevölkerung zu hygienischeren Lebensweise und der Vorbeugung und Bekämpfung der Tuberkulose.

Mit Beginn des Großen Vaterländischen Krieges überwogen dann die Lazarettaufgaben. Der überwiegende Teil des medizinischen Personals arbeitete mit den in der Gegend äußerst aktiven Partisanen zusammen.
1944 hatte die Abteilung Allgemeinmedizin im stionären Bereich eine Kapazität von 10 Betten.

Nach Ende des Krieges wurde das Krankenhauswesen noch intensiver und zielstrebiger aufgebaut.
1953 gab es im Kreis Rogachev bereits vier Krankenhäuser, an denen 10 Ärzte arbeiteten, 1958 waren es bereits 10 Krankenhäuser und 28 Feldscherstationen, neu dabei war auch eine eigenständige Pädiatrie-Einrichtung. Das medizinische Personal erhöhte sich bis Anfang der 60er Jahre auf etwa 280 Mitarbeiter. 1962 kam eine eigene Krankenhaus-Apotheke dazu.
Im Jahre 1970 verfügten die medizinischen Einrichtungen des Kreises über eine Bettenkapazität von 720 Betten, 78 Ärzte waren beschäftigt.

Die medizinische Versorgung heute

Im Februar 1997 wechselte die Leitung des Krankenhauses, neuer Chefarzt wurde I.L.Maschukow.
Seit dieser Zeit wurde viel für die medizinisch-technische Ausstattung getan. Dazu kamen auch noch Hilfsgüter aus Köthen, Dessau und Gelsenkirchen in einem Wertumfang von ca. 45 Mrd. Rubel.
Zur Zeit ist das Gesungheitwesen des Landkreises in mehrere Abteilungen aufgeteilt. In der Stadt Rogachev befindet sich sozusagen das Zentralkrankenhaus mit einer Bettenkapazität von 375 Betten. Dazu kommen eine Kinderklinik mit 70 Betten und eine Geburtenklinik mit 80 Betten.
Im Landkreis gibt es noch 5 kleinere Krnkenhäuser mit einer Gesamtbettenzahl von 210 Betten sowie ein weiteres Siedlungskrankenhaus mit 20 Betten.

Auch der ambulante Bereich ist gut entwickelt. In der Kreispoliklinik werden täglich etwa 850 Patienten versorgt, die stomatologische Poliklinik behandelt im Durchschnitt ca. 74 Patienten täglich.
Im Kreisgebiet gibt es im dörflichen Raum noch 4 weitere Ambulatorien.

Neu aufgebaut wurde ein Blutspendezentrum sowie eine Krankenhausabteilung für Haut- und venerologische Erkrankungen mit 30 Betten.
Zur Zeit arbeiten 145 Ärzte und 620 Krankenschwestern im Krankenhaus.


Der belorussische Landkreis Rogachev
© Jörg Müller