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Pantelejmon Nikolajewitsch Lepeschinski

P.N. Lepeschinski wurde am 14. März 1868 in der Familie eines Dorfgeistlichen im Dorf Studenjez, Klimowitscher Kreis, Mogiljewer Gouvernement geboren. Sein Vater, Nikolai Petrowitsch, war ein für die damalige Zeit sehr gebildeter Mensch. Er las viel, liebte die Natur und versuchte, die Bauern zu unterstützen und ihnen zu helfen. Die Mutter - Klawdija Nikiferowna Lepeschinskaja-Subkowa war ebenfalls eine sehr gebildete Frau, auch sie hatte das Gymnasium beendet, las viel und interessierte sich für Politik. In der Familie Lepeschinski wurden 18 Kinder geboren, von denen 11 überlebt haben. Pantelejmon war das älteste der Kinder.

1874 zieht die Familie in das Dorf Litwinowitschi im (damals noch) Rogachever Rayon. Von 1877 bis 1888 war Pantelejmon Schüler des Mogiljewer Knabengymnasiums. Nach dem Abitur erholte er sich im Sommer in Litwinowitschi und wurde im Herbst dieses Jahres Student der physikalisch-mathematischen Fakultät der Universität von Sankt Petersburg.

Von April 1889 bis zum 19. April war 1890 stand Lepeschinski dort unter polizeilicher Beobachtung und 19. April 1890 wurde er zusammen mit dem Bruder Nikolai verhaftet und aus Sankt Petersburg deportiert. Dadurch konnte er sein Studium nicht fortsetzen. Die polizeiliche Überwachung wurde auf die gesamte Familie Kepeschinski ausgeweitet.

Im Frühjahr 1891 legte Pantelejmon Nikolajewitsch legte die Prüfungen an der Kiewer Universität erfolgreich ab und bekam das Lehrerdiplom. Er begann in Sewastopol zu arbeiten, geriet aber auf die "Schwarzen Liste" durch sein Engagement für die Organisation eines Streiks der Kanzleibeamten. Das zwang ihn, die Stadt zu verlassen.

Etwa im Herbst 1894 arbeitete er in Sankt Petersburg in der staatlichen Kommission für Schuldnerhilfe. In der Nacht vom 8. zum 9. Dezember 1895 wurde Lepeschinski verhaften. In dieser Nacht wurde noch eine grosse Anzahl der Mitglieder der Sankt Petersburger "Vereinigung für den Kampf zur Befreiung der Arbeitsklasse " verhaftet. Vierzehn Monate befand er sich in Untersuchungshaft und am 29. Januar 1897 wurde er unter Polizeiaufsicht für 3 Jahre in das östliche Sibirien verbannt, zunächst in das Dorf Kosatschenskoje, danach in das Dorf Ermakowskoje, das 40 Kilometer von Shushenskoje entfernt ist. Ende 1898 fand in der Stadt Minusinsk eine Begegnung zwischen Lepeschinski und Wladimir I. Lenin statt.

Nach dem Ende der Verbannung widmete sich Lepeschinski wieder aktiv der revolutionären Tätigkeit. Er war konspirativer Mitarbeiter der Leninschen Zeitung "Iskra" ("Der Funke"), Mitglied des Exekutivkomitees zur Einberufung des Parteitages der RSDRP und der Vorbereitung III. Kongresses der Partei der Bolschewiki. Er war ein zuverlässig bei der konspirativen Arbeit im Untergrund und erledigte die Aufträge der Partei in Pskow, Petersburg und Jekaterinoslawl.

1907 bis 1910 arbeitet er als Pädagoge an der Berufsschule von Orscha. Hier leitete er die Untergrundarbeit der Bolschewiki.

Nach der Großen Oktoberrevolution kehrt Lepeschinski im Herbst 1918 in seinen Heimatort Litwinowitschi zurück. Zusammen mit ihm kommen seine Frau Olga Barisowna, die Tochter Olga, der Verwandte Michail Kernoshitskij, die Brüder Peter und Modest und der Sankt Petersburger Arbeiter Jewgeni Petrowitsch Rasumow an.

Im Land begann der Kampf mit den zahlreichen Feinden der jungen Macht, Not und Elend herrschte. Lepeschinski und seine Kampfgefährten bekamen von Lenin den Auftrag, landwirtschaftliche Kommunen aufzubauen und die junge Generation zu unterrichten, nach neuen Maßstäben zu leben und zu arbeiten. In der Kreisverwaltung von Korma berichtete Lepeschinski über seine Vorstellungen vom Aufbau dieser Schulen und Kommunen. Wie sich Iwan Michailowitsch Antonenko erinnert, saßen nach den Ausführungen Lepeschinski's alle schweigend da, so unglaublich erschienen seine Träume und die Visionen in eine bessere Zukunft des Volkes.

"Ich will … lernen!" Dies war der erste Schüler der Schule - Larko Ignatenko. Dann kamen Sascha Ostritschew, Matwej Naumenko, Sascha Scharifow und Andrej Witow. Die Schule begann mit ihrer Arbeit. Die Kinder lernten nicht nur, sondern versorgten sich selbstständig. Jeder musste für sich selbst Hemden und Hosen nähen, die Mädchen ihre Kleider. Die Jugendlichen schliefen auf den Betten, die sie mit ihren eigenen Händen in der Tischlerwerkstatt hergestellt hatten, die sich bei der Schule befand.

P.N. Lepeschinski verbrachte viel Zeit mit der Organisation der Arbeit der Kormaer Parteiorganisation. Er und seine Genossen, ländlichen Aktivisten, arbeitete sehr viel mit der Bevölkerung.

Auf Grund der Berichte über die Zerstörung der Kormaer Kreisverwaltung nimmt Lepeschinski gemeinsam mit Einwohnern von Litwinowitschi an der Zerschlagung des Kulackenaufstandes teil. Sie werden unterstützt von einer Gruppe Rogachever Tschekisten und Lepeschinski schickt ein Telegramm an Lenin, um ihn über die Ereignisse von Korma zu berichten. In der Antwort teilte Lenin ihm mit, daß er bereits eine Spezialgruppe nach Korma geschickten habe.

Die Arbeit Lepeschinski für das Wohl der Revolution und des einfachen Volkes hat ihm die verdiente Achtung gebracht. Er war Ehrenvorsitzender der Rayonverwaltung von Orscha und Ehrenkomsomolze von Weißrußland. Für seine Verdienste für die Heimat erhielt Pantelejmon Nikolajewitsch den "Rotbannerorden für Arbeit".

Er ist am 30. September 1944 gestorben.


Der belorussische Landkreis Korma
© Jörg Müller